Apr 01 2015

Humanitäre Hilfe in der Ukraine

Edgar HoffmannVortrag von Edgar Hoffmann zu seinen Reisen nach Osteuropa.

Auch in diesem Jahr hat der Heimatverein Gatterstädt wieder mehrere Highlights auf seiner Agenda. Nachdem im Januar das neue Jahr mit dem Weihnachtsbaumweitwurf die Gatterstädter in den Park lockte, zog es am Sonnabend, den 21.3.15 rund 45 Besucher in die Feuerwehr, um den interessanten Vortrag unseres Vereinsmitgliedes Edgar Hoffmann über seine Ukraineeinsätze zu verfolgen.

Seit 1994 fährt er nämlich in die Ukraine um Aufbauhilfe zu leisten.

Durch seine berufliche Tätigkeit als Restaurator und Statiker arbeitete er dort an der Sanierung von Burgen, Schlössern und Kirchen. In einer der Kirchen lernte er dort Pater Makarius kennen, der ein Kinderheim in der Ukraine leitete. Aus dieser anfänglich beruflichen Zusammenarbeit erkannte Edgar Hoffmann sehr schnell die Notwendigkeit, dass auch im sozialen und medizinischen Bereich des Kinderheims und des sich in der Nähe befindlichen Krankenhauses viel Hilfsbedarf besteht.

In seinem Vortrag erläuterte er uns in Wort und Bild seine beruflichen Restaurationsarbeiten und ging dann sehr anschaulich in den sozialen Bereich seines jahrelangen Einsatzes über.

Seit 1997 unterstützt er mit seinen intensiven Sammelaktionen das Kinderheim und ein Krankenhaus mit medizinischen Geräten. Er agierte hier im Umkreis von Querfurt und konnte so Sponsoren finden, die seine, jetzt privaten, Transporte mit sanitären, technischen und medizinischen Gütern und Fahrzeugen unterstützten. Edgar Hoffmann zeigte uns, wie Kinderaugen leuchten können, wenn sie neue Kleidung und Spielwaren bekommen, wie froh ein Hausmeister ist, mit gespendeten Werkzeugen Dinge endlich wieder reparieren zu können, wie Mitarbeiter im Kinderheim sich über technische Geräte wie Wasserkocher, Föhn und auch Zahnbürsten und Bettwäsche freuen, wie Angestellte in Krankenhäusern sich freuen, Desinfektionslösungen, Reinigungsmittel und medizinische Geräte zu bekommen, die ihre alltägliche Arbeit verbessern. Alle diese Dinge gehören hier zur Selbstverständlichkeit.

In seinem Vortrag zeigte uns Edgar Hoffmann auch, auf welche Strapazen er sich auf der Fahrt dorthin immer wieder einlässt, wie viel Wochen es der Vorbereitung und Planung bedarf. Unterstützt wird er bei diesen Vorbereitungen immer von seiner Frau Cornelia. Sie packt, sortiert und beschriftet Pakete, um ihn schließlich auf diesen “immer wieder abenteuerlichen Reisen“, wie sie sagt, zu begleiten. Dabei nehmen sie mit ihren freiwilligen Helfern aus ihrem Familien- und Freundeskreis eine Fahrt von ca. 15 Stunden bis zur polnisch- ukrainischen Grenze in Kauf und müssen dort oft mit Standzeiten von 3 bis 10 Stunden rechnen. Das erfordert natürlich auch einen großen Aufwand an Selbstversorgung und Selbstverpflegung, denn Raststätten bestehen unterwegs ab Polen kaum oder gar nicht.

Am Zielort, ca. 4 Stunden Fahrt  hinter dem Grenzübergang, erwartet sie Dolyna, die Dolmetscherin. Mit ihrer Familie hat sich in den Jahren schon eine feste Freundschaft entwickelt. Dolyna begleitet den Transport weiter, hilft bei sprachlichen und auch behördlichen Belangen. Edgar und Cornelia Hoffmann sind ihr dafür sehr dankbar.

Aber sie dankten auch allen Sponsoren. Nannten dabei die Sekundarschule Bad Lauchstädt, medizinische Arztpraxen in Querfurt, Stadtratsmitglieder, Autohäuser und Privatpersonen für ihre Spenden. Sie dankten allen Helfern und Mitfahrern, die ihre Freizeit und ihren Urlaub opferten, um sich auf eine anstrengende, aufregende, unwegsame Fahrt mit Familie Hoffmann zu begeben, deren Ziel nur 600 km vom ukrainischen Kriegsgebiet entfernt liegt.

Edgar Hoffmann beendete seine Darstellungen mit den Worten: “Wenn Ihr die strahlenden Kinderaugen seht, wenn Ihr seht, was sich in den vergangenen Jahren durch unseren Einsatz dort verbessert hat, dann vergesst Ihr ganz schnell die Ängste und Strapazen und plant den nächsten Transport!”

Bis dahin hofft er auf weitere Unterstützung, Hilfe und Spenden.

Der Heimatverein und die Besucher dieses Vortrages danken Edgar Hoffmann für seine Mühe und wünschen ihm für seine nächste geplante Reise zu Pfingsten 2015 viel Erfolg, eine gute Fahrt und einfühlsame ukrainische Beamte.

//Ines Illmer

 

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